Vegane Ernährung: Gesund durch pflanzliche Ernährung?

Vegane Ernährung ist sprichwörtlich in aller Munde. Die Anzahl von Menschen, die sich für eine Ernährung ohne tierische Produkte entscheiden, steigt stetig. Moralische und ethische Gründe stehen dabei meist im Vordergrund, der Gesundheitsaspekt ist oftmals lediglich ein persönlicher Bonus. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile den Zusammenhang von gesunder Ernährung und rein pflanzlicher Kost. Jedoch gibt es immer noch einige kontrovers diskutierte Aspekte bezüglich dieser Ernährungsform, die Neulinge auf diesem Gebiet durchaus verunsichern können. Wir räumen mit überholten Mythen auf und zeigen euch, was eine gesunde pflanzliche Ernährung ausmacht!

Was bedeutet es, sich vegan zu ernähren?

Vegane Ernährung bedeutet, ganz auf tierische Nahrungsmittel zu verzichten. Das heißt, es werden weder Fleisch- oder Fischprodukte noch Eier oder Molkereiprodukte verzehrt. Dies allein sagt aber noch nichts darüber aus, ob die Ernährung wirklich gesund ist – immerhin gibt es auch unzählige sogenannter Pudding-Veganer, die sich vorwiegend von Fertigprodukten und damit äußerst ungesund ernähren. Viele Veganer verzichten auch außerhalb der Ernährung auf tierische Produkte, wie etwa auf Leder und Fell.

Pflanzliche Ernährung als gesunde Ernährung

Ob vegan, vegetarisch, Low Carb, LOGI oder oder oder … Jede Ernährungsform lässt es zu, sich gesund und ungesund zu ernähren. Das ist bei pflanzlicher Ernährung nicht anders! Wer es richtig anstellt, kann seinen Körper jedoch auch rein pflanzlich bestens ernähren und ihm alle wichtigen Nährstoffe zuführen – Voraussetzung dafür ist allerdings eine gut durchdachte Ernährung. Das mag erst einmal kompliziert klingen, ist aber nicht schwieriger als bei jeder anderen Ernährungsweise auch – wer seinen Körper gut versorgen möchte, sollte sich immer mit den Nährstoffen in Lebensmitteln auseinandersetzen.

Übrigens: Statistisch gesehen sollen Veganer weniger an Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen erkranken. Und auch der BMI von Menschen, die sich ohne tierische Produkte ernähren, liegt häufiger im unteren Normbereich und nicht so oft darüber wie bei Menschen mit omnivorer Ernährung.

Ersatzprodukte: Sinnvoll oder überflüssig?

Sich pflanzlich zu ernähren wird dank des riesigen Angebots immer leichter. Ein Großteil der frischen und natürlichen Nahrungsmittel ist sowieso vegan, denkt nur mal an frisches Obst und Gemüse, an Hülsenfrüchte und Getreideprodukte! Von Pflanzenmilch über Fleischersatzprodukte und Joghurtalternativen bis hin zu weißer Schokolade und Knabbereien findet sich darüber hinaus fast in jedem Supermarkt und erst recht in Reformhäusern und Bio-Shops eine breite Auswahl an veganen Lebensmitteln. Ob diese Produkte nun als Ersatzprodukte bezeichnet werden sollten oder nicht, sei einmal dahingestellt – immerhin sind viele Produkte (wie etwa Pflanzenmilch) durchaus eigenständige Produkte und nicht immer nur Imitationen tierischer Produkte.

Häufig wird kritisiert, dass vegane, im Handel erhältliche Produkte nicht so gesund seien, was dann auch zum Anlass genommen wird, diese Ernährungsform generell als nicht so gesund wie propagiert zu bezeichnen. Ungesunde Fertigprodukte gibt es jedoch in jeder Ernährungsform! Was viele vergessen: Wie oft diese Produkte konsumiert werden, hängt von jedem selbst ab – und die Möglichkeiten, sich pflanzlich tatsächlich gesund zu ernähren, sind deswegen nicht unbedingt geringer!

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Frage, warum denn überhaupt Fleischersatzprodukte konsumiert werden. Erst einmal tut das nicht jeder Veganer! Manchen Menschen fällt es jedoch dank des großen Ersatzangebots leichter, auf Fleisch zu verzichten. Andere bräuchten diese Produkte gar nicht, probieren sie aber dennoch hin und wieder, auch wenn die meisten Produkte nicht ganz wie Fleisch schmecken. Im Grunde ist es den meisten wahrscheinlich auch egal, ob ein Produkt Tofu-Wurst, Tofu-Schnitzel oder Tofu-Brunhilde genannt wird, solange es ihnen schmeckt.

Der große Vorteil aus gesundheitlicher Sicht gegenüber tierischen Produkten ist übrigens, dass sich aufgrund der Zutatenliste leicht nachvollziehen lässt, was enthalten ist. Wollt ihr zum Beispiel keine Sojamilch mit Zusätzen trinken, wählt ihr einfach eine ohne Zusätze oder eine andere Art von Pflanzenmilch. Bei tierischen Produkten ist dies aufgrund von Medikamentenzugabe, der Fütterung mit gentechnisch veränderten Futtermitteln und unzureichender Deklarationspflicht leider nicht immer so einfach.

Die Frage nach dem Protein

Eine häufige Frage ist ebenfalls, wie bei pflanzlicher Ernährung eine ausreichende Proteinzufuhr gewährleistet werden kann. Das ist im Prinzip ganz einfach, denn es gibt zahlreiche pflanzliche Proteinquellen! Dazu gehören zum Beispiel Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Ölsamen, Getreide und viele Gemüsesorten. Es gibt neun essenzielle Aminosäuren, die in ausreichender Menge aufgenommen werden sollten. Bei pflanzlicher Ernährung gelingt das am besten durch die Kombination verschiedener pflanzlicher Eiweißquellen über den Tag verteilt, etwa von Hülsenfrüchten mit Getreide.

B12

Vitamin B12 gehört zu den Substanzen, die dem Körper unbedingt zugeführt werden sollten, da die Nutzbarkeit von B12-Vorkommen in Pflanzen noch nicht eindeutig geklärt ist. Allerdings kann der Körper Vitamin B12 auch lange speichern. Mittlerweile gibt es viele mit Vitamin B12 angereicherte Produkte wie Sojamilch oder sogar auch Zahnpasta – greift hier aber bitte nicht zu irgendwelchen, sondern zu hochwertigen Produkten! Wie viel davon benötigt wird, hängt davon ab, ob bereits ein Mangel vorliegt oder lediglich einem Defizit vorgebeugt werden sollte. Normalerweise kann die Einnahme über mehrere kleinere Dosen täglich, mit einer einmaligen täglichen Einnahme oder auch einer kurweisen oder wöchentlichen Einnahme erfolgen.

Wer unsicher ist, ob seine Ernährungsweise alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine umfasst, kann sich beispielsweise in der Apotheke informieren, seinen Arzt um Rat fragen oder auf diversen Blogs zum Thema „Gesunde vegane Ernährung“ Antworten seine Fragen finden. Denn auch bei der veganen Ernährung gilt: Geht nicht, gibt es nicht!


Wie steht ihr zur veganen bzw. pflanzlichen Ernährung? Habt ihr euch schon mal damit auseinandergesetzt, es eine Weile probiert oder ernährt ihr euch sowieso schon vegan? Wenn ja, was bedeutet diese Ernährungsform für euch? Schreibt es uns in die Kommentare!

Eure Feli

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