Trockenbürsten: Cellulite und schlaffes Bindegewebe sind in diesem Winter passé!

Zugegeben, es klingt nach einer ähnlich verstaubten Methode wie Bimssteinschleifen bei trockenen Füßen – aber Omas gute alte Trockenbürste hat mehr Power und Effekt als viele neue Methoden. Morgendliche Müdigkeit und Anlaufschwierigkeiten, Blutdruckregulation, verhornte Haut und leichte Krampfadern: all das kann durch das regelmäßige Trockenbürsten gelindert oder eliminiert werden.

Trockenbürsten – Warum? Wieso? Weshalb?

Die Methode ist denkbar einfach. Milder als eine Wasseranwendung, aber mit gleicher Wirkung über den Hautreiz auf innere Organe und den ganzen Körper. Das Bürsten mit verschiedenen Tools wirkt auf die Durchblutung und damit den Stoffwechsel der Haut. Besonders morgens nach dem Aufstehen ist das Trockenbürsten bestens geeignet. Das vegetative Nervensystem wird harmonisiert und stabilisiert und die Müdigkeit so ganz nebenbei vertrieben.

Unser lymphatisches System hat, im Gegensatz beispielsweise zum Blutkreislauf, keine Pumpe, die den Apparat am Laufen hält. Während beim einen das Herz dafür sorgt, dass regelmäßige Zirkulation die Venen im Fluss hält, müssen beim größten Organ – unserer Haut – Bewegung und Schwerkraft für Ausgleich sorgen. Der Abtransport von Schadstoffen kann aktiv unterstützt werden. Und genau hier kommt das Trockenbürsten ins Spiel: Das sanfte Bürsten der Haut trägt die obersten Hautschüppchen ab, öffnet somit die Poren und sorgt dafür, dass der Organismus in Schwung kommt.

Schlank ohne Sport

Ein netter Effekt dieser Anregung der Lymph- und Blutzirkulation im Gewebe ist neben der Abtragung von abgestorbenen Zellen auch die Verminderung von Wassereinlagerungen: einer der Hauptgründe für Dellen und Schwellungen unter der Haut. Um Cellulite an den Kragen zu gehen, können also auch Sportmuffel mit Bürste und Tatendrang für glatte Oberschenkel und straffe Allerwerteste sorgen.

Los geht’s!

Zunächst einmal braucht ihr eine passende Bürste, die im besten Fall aus nicht zu harten Naturfasern besteht und für einen sicheren Halt mit einer Schlaufe oder Handgriff ausgestattet ist. Passende Modelle bekommt ihr beispielsweise bei amazon, zum Beispiel diese Bürste von Jentschura oder diese Bürste von Remington.

Die allgemeine Faustregel fürs Trockenbürsten lautet: Mit langen Strichen und stetigem Druck zum Herzen hin und ganz ohne Druck zurückstreichen. Es wird, Überraschung, immer trocken gebürstet. Das bedeutet Cremes und Öle sind tabu, ebenso wie das Befeuchten der Bürste oder des Körpers. Und: duschen oder baden immer erst nachdem gebürstet wurde!

Wer seinem ganzen Körper etwas Gutes tun will, der fängt bestenfalls immer bei den Füßen an. Arbeitet euch in möglichst langen Strichen und mit gutem Druck entlang der Außenseite des rechten Fußes zum Unter- und dann den Oberschenkel hin. Wenn ihr bei dem Oberschenkel angekommen seid, lasst die Bürste mit wenig Druck wieder zum Fuß gleiten und setzt bei der Innenseite der Fußsohle neu an. Nun das gleiche Spiel von vorn: mit Druck die Innenseite des Beins entlangfahren und bis zum Gesäß hinarbeiten. Anschließend im gleichen Verfahren mit dem linken Fuß und dem linken Bein weitermachen.

Wenn die Beine gut durchblutet sind, könnt ihr bei den Armen ansetzen. Auch hier gilt: rechts vor links! Einfach vom Handrücken hoch zur Schulter streichen und nicht den Druck vergessen. Linker Arm genauso.

Im Gegensatz zu den Extremitäten wird beim Rumpf eine andere Streichtechnik angewandt. Mit der Brust beginnend, könnt ihr eure Bürste nun kreisförmig über die Haut gleiten lassen. Im Uhrzeigersinn langsam zum Bauch, zur Nacken- und Halsmuskulatur vorarbeiten und – falls ihr eine helfende Hand in der Nähe haben solltet – gerne auch den Rücken mit einbinden.

After-Show

Wenn alle Körperteile gut bearbeitet worden sind, geht es an die Nachbehandlung. Diese kann je nach Hautbeschaffenheit sehr individuell ausfallen und sollte immer so gehandhabt werden, wie ihr euch wohl fühlt. Wer aus dem Trockenbürsten ein wirklich wachmachendes Morgenritual machen möchte, dem sind gymnastische oder Atem-Übungen empfohlen. Frische Luft ist wie immer eine gute Sache. Also: Fenster auf!

Trockene Hauttypen können sich jetzt eine ordentliche Portion Feuchtigkeitspflege gönnen: Fettcremes oder ein reichhaltiges Körperöl (z.B. Jojoba-, Mandel- oder Olivenöl) ziehen gerade nach dem Trockenbürsten wunderbar in die durstige Haut ein.

Eine kalte Dusche oder eine Wechseldusche (bitte erst ca. eine Viertelstunde nach dem Trockenbürsten) wirken wahre Wunder für ein straffes Bindegewebe. Nach jeder Anwendung ist es besonders wichtig, die Haut wieder zu erwärmen – also mollig anziehen und auf Bewegung setzen. Diese kleine Auszeit kann wunderbar in den Alltag integriert und zu einem festen Ritual werden. Ob am Anfang des Tages oder nach Feierabend: Trockenbürsten macht so auf Dauer nicht nur straff, sondern auch glücklich.


Kennt ihr das Trockenbürsten noch von euren Müttern oder Großmüttern? Und hättet ihr Lust, euch einmal selbst ans Traditionsworkout zu machen? Schreibt es uns in die Kommentare!

Eure Lea

 

Über den Author
Lea

Hinterlasse einen Kommentar