Nächtliche Nahrungskarenz: je länger, desto besser der Zuckerstoffwechsel

LOGI kurz gemeldet

Sehr viele Stoffwechselvorgänge unterliegen einem circadianen Tag-Nacht-Rhythmus, der von bestimmten Hirnregionen (SCN, suprachiasmatischer Nukleus) getaktet und durch „Zeitgeber“ wie Licht, Essen und Schlaf beeinflusst wird.

Doch wie wirkt sich das nächtliche Fasten bzw. das Ess-Fasten-Muster im Tagesverlauf gesundheitlich aus? Bekannt ist beispielswiese, dass das Risiko für Typ-2-Diabetes und Brustkrebs durch Nachtschichtarbeit steigt.

Anhand der Daten der für Amerika repräsentativen NHANES-Erhebung der Jahre 2009/10 verglichen die Autoren dieser Studie die HbAc1-Werte von 2.212 Frauen und die 2-Stunden-Glukosewerte von 1.066 Frauen mit deren Angaben zur Mahlzeitenhäufigkeit und zu den Essenszeiten.

Unter Berücksichtigung von Alter, Bildung, Rasse, BMI, gesamter und abendlicher Kalorienmenge sowie der Anzahl der verzehrten Mahlzeiten fand sich ein Zusammenhang zwischen der Länge des nächtlichen Fastens und dem Zuckerstoffwechsel: Dauerte die nächtliche Essenspause drei Stunden länger, lag der Blutzucker 2 Stunden nach einer Mahlzeit um 4 % niedriger und die Wahrscheinlichkeit für ein erhöhtes HbA1c sank signifikant um 19 %.

Die Autoren fordern nun Interventionsstudien, um zu klären, ob der Zusammenhang ursächlich ist und ob sich durch den so verbesserten Zuckerstoffwechsel beispielswiese das Brustkrebsrisiko senken lässt.

(Quelle: Marinac, CR et al.: Prolonged nightly fasting and breast cancer risk: findings from NHANES (2009-2010). Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 2015;24:783-789)

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