Ketogene Ernährung: Power-Ernährung gegen Krebs?

Die Ursachen für Krebs sind vielfältig. Krebs entwickelt sich über eine lange Zeitspanne, in der sich das Erbgut (DNA) in seiner Struktur und Funktion verändert. Inwieweit die Ernährungsweise eine Krebsentstehung beeinflußt, ist unbekannt. Es gilt jedoch als sicher, dass Ernährung sowohl im Entstehen als auch während des Heilungsprozesses eine nicht unerhebliche Rolle spielt. „Du bist, was Du isst“ – dieser uralte Spruch hat auch heute nichts an Gültigkeit eingebüßt. Bewusst leben und sich ketogen zu ernähren bietet gute Chancen, den Krebs erfolgreich zu bekämpfen. Wir erklären euch, was sich hinter der sogenannten „ketogenen Ernährung“ verbirgt.

Krebszellen sterben nicht

Es gibt etwa 200 verschiedene Krebsarten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Auswirkungen auf den Organismus. Alle bösartigen Tumore haben eine Gemeinsamkeit: Im Gegensatz zu gesunden Körperzellen, die sich regelmäßig teilen und auf diese Art das Weiterleben sichern, sind Tumorzellen unsterblich. Sie unterliegen nicht dem genetisch programmierten Zelltod (Apoptose). Tumorzellen können sich ungehindert vermehren und Tochterzellen (Metastasen) bilden, die sie über die Blutbahn in andere Organe einschleusen. Zur Förderung des eigenen Wachstums verändern sie den Stoffwechsel ihres Wirtes. Sie können Botenstoffe und Zytokine bilden und damit den Proteinabbau hauptsächlich aus Muskeleiweiß des Körpers fördern. Sie steigern den Abbau von Körperfett und verursachen eine Insulinresistenz zu Lasten der Glucoseverwertung.

Tumorzellen lieben Zucker

Aus der Krebsforschung ist bekannt, dass es sowohl kanzerogene (krebsfördernde) als auch antikanzerogene (krebsschützende) Lebensmittel gibt. Die jeweiligen Substanzen sind entweder natürlichen Ursprungs oder Ergebnisse der Lebensmittelverarbeitung. Krebspatienten, die bewusst leben, können diesen Umstand nutzen und ihren Allgemeinzustand sowie ihre Heilungsaussichten verbessern.

Ohne Kohlenhydrate haben es Krebszellen schwer. Bereits 1995 entdeckte Dr. Johannes Coy, Mitarbeiter am Deutschen Krebsforschungszentrum, das sogenannte TKTL1-Gen (kann durch den Bluttest EDIM-TKTL1-Test nachgewiesen werden). TKTL1 ist ein Enzym, das den Stoffwechsel von Tumorzellen beeinflusst. Es versetzt Tumorzellen in die Lage, durch die Vergärung von Zucker unabhängig von Sauerstoff zu wachsen, unter Zuhilfenahme von Milchsäure benachbartes Gewebe zu zerstören und zusätzlich noch ein Schutzschild gegen das Immunsystem aufzubauen.

Was liegt also näher, als den Verzehr von Kohlenhydraten zu reduzieren? Und genau das erreicht die ketogene Ernährung. Eine ketogene Ernährung ist keine Diät, sondern eine bewusste Ernährungsumstellung. Während No Carb und andere Diäten ohne Kohlenhydrate meist nur vorübergehend zum Abnehmen genutzt werden, handelt es sich bei der ketogenen Ernährung um eine langfristige Ernährungsumstellung, die ganzheitliche Auswirkungen auf die Gesundheit zur Folge hat.

Ketose ist das Notprogramm unseres Körpers

Ketose ist ein anderes Wort für Hungerstoffwechsel. Bei zu geringer Kohlenhydratzufuhr schaltet unser Körper ein Notprogramm ein. Das Gehirn wird nicht mehr durch Kohlenhydrate, sondern ketogen mit Energie versorgt. Dafür produziert der Körper in der Leber aus Fettsäuren sogenannte Ketone. Es wird vermutet, dass sie die Zuckerverwertung in den Tumorzellen und damit die Zellvermehrung blockieren.

Ist es also nicht doch eine Diät? Ähnlich wie bei Low Carb wird bei der ketogenen Ernährung zwar empfohlen, den Kohlenhydratverzehr drastisch einzuschränken; bewusst leben und sich ketonisch zu ernähren bedeutet aber, besonders großen Wert auf den Verzehr von guten Fetten, besten Proteinen und reichlich Gemüse und Obst zu legen. Ein uneingeschränkter hoher Fisch- oder Fleischverzehr zugunsten einer drastischen Kohlenhydratreduktion ist jedoch nicht das Ziel.

Warum das Ganze? Der Verzehr von zu vielen Kohlenhydraten, oftmals in Verbindung mit ungesundem Fett aus Fertiggerichten, Backwaren und Snacks sowie industriell hergestellter, hochkonzentrierter Fructose in Süßwaren und Getränken, bereitet grundsätzlich viele gesundheitliche Probleme. Dennoch muss niemand gänzlich auf Kohlenhydrate verzichten! Kohlenhydrate im Sinne von Brot, Backwaren, Cerealien und Pasta sind zwar bei der ketogenen Ernährung tabu, doch damit unser Stoffwechsel einwandfrei funktioniert, führen wir unserem Körper wertvolle Vitamine, Pflanzeninhaltsstoffe, Mineralstoffe, Ballaststoffe und auch Kohlenhydrate aus Obst und Gemüse zu.

Gemüseverzehr besonders bei Krebs?

Wichtig ist: An Krebs erkrankte Menschen müssen sich satt essen, sie dürfen ihren Körper keinesfalls auszehren. Dazu bieten sich insbesondere größere Portionen Gemüse und Obst an, denn vor allem grünes Gemüse und dunkle heimische Beeren enthalten viele Pflanzenstoffe, denen krebshemmende Wirkstoffe nachgesagt werden. Gemüse und Obst enthalten sogenannte „langkettige“ Kohlenhydrate, die langsam verdaut und ins Blut abgegeben werden. Sie sind in ihrer Wirkung nicht vergleichbar mit den ungesünderen Einfachzuckern, die sofort über das Blut im ganzen Körper verteilt werden.

Das richtige Fett wählen

Bei der Umprogrammierung des Stoffwechsels in Richtung „ketogen“ ist eine ausreichende Versorgung mit gesunden Fetten unabdingbar. Es muss ausreichend Fett zur Verfügung stehen, da die allgemein übliche Menge von 250 bis 300 Gramm Kohlenhydraten auf teils unter 50 Gramm am Tag reduziert wird.

Tierisches Fett ist nur dann gesund, wenn die Tiere aus natürlicher Weidehaltung ohne Zufütterung mit industriellem Mastfutter stammen. Nur dann enthalten sie alle Vitamine und Mineralstoffe, die unser Körper benötigt, und nur dann erfüllen sie die wichtigsten Grundbedürfnisse unserer Zellen. Auch kaltgepresste und nicht verarbeitete Öle, möglichst in Bio-Qualität, können in der Küche zum Einsatz kommen.

Eine Sonderstellung unter den gesunden Fetten nimmt das hochwertige Kokosöl ein. Bio-Kokosöl enthält viele gesättigte mittelkettige Fettsäuren, die von der Leber besonders gut in Ketone umgewandelt werden können.

Es muss nicht immer Fleisch sein

Fleisch gilt für viele als Synonym für Proteine bzw. Eiweiß. Ein gesunder Mensch ohne besondere Aktivitäten benötigt davon pro Kilogramm Körpergewicht etwa 0,8 Gramm am Tag. Doch beim Eiweiß spielt die Qualität eine große Rolle! Neben Fleisch, Wurstwaren, Fisch und Eiern enthalten auch pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Kerne und Hülsenfrüchte hochwertiges Eiweiß. Es muss daher nicht immer Fleisch auf dem Teller landen!

Fazit:

Die ketogene Ernährung ist keine Diät, sondern vielmehr eine Kraft spendende Ernährungsform, von der auch gesunde Menschen profitieren können.


Was meint ihr dazu? Haltet ihr eine starke Reduktion von Kohlenhydraten für sinnvoll? Oder würdet ihr zum Erhalt eurer Gesundheit eher auf eine ausgewogene Mischkost, eine softe Low Carb-Ernährung wie LOGI oder ein ganz anderes Ernährungskost setzen?

Wir sind gespannt auf eure Meinung!

Eure Feli

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Feli

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