Eat, Pray, Love im Selbstversuch: Ubud machte aus mir einen anderen Menschen

Bali besteht aus 5.561 km², unzähligen Urlaubsregionen und schätzungsweise 4,5 Millionen Einwohnern. Gefühlt gibt es jährlich mindestens genauso viele Touristen auf der Insel, die aus verschiedenen Gründen hinreisen, aber meistens mit dem gleichen Grinsen abreisen. Doch wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich genau zwei Reisende an einem Ort treffen und sich nicht mehr loslassen?

Bali zu erkunden macht eine Menge Spaß. Denn hier gibt es alles, was man für einen guten Urlaub braucht – je nach Lust und Laune: Party, Relaxen, Surfen, Wandern, Beachen … für jeden Geschmack ist etwas dabei und natürlich musste ich in den ersten Wochen alles ausprobieren. Bedeutete aber auch, dass ich für einige Tage meine eigentliche Aufgabe vernachlässigt habe. Die Aufgabe, die ich mir selbst gestellt habe: Yoga und Meditation mehr in mein Leben zu integrieren und den Zugang auf Bali zu erweitern.

Monkey Forest, Tempel und Gurus

Aus verschiedenen Berichten, Filmen und Erzählung wurde immer klarer, dass es genau einen Ort gibt, an dem jeder zu sich selbst finden soll. Ein magischer kleiner Fleck Erde mitten im Dschungel namens Ubud.

Ubud liegt im Inselinneren und ist ein verwunschener kleiner Ort. Begriffe wie Monkey Forest, Tempel und Gurus sollen diesen Bereich von Bali ausmachen und das sind keine leeren Versprechungen. Ich hatte dort wundervolle fünf Tage, die aus mir ein kleines bisschen einen anderen Menschen gemacht haben, aber lest selbst …

Angekommen in Ubud, in einem kleinen Bungalow aus Holz, gebaut im Garten einer balinesischen Familie, fühle ich mich schon gleich wohl. Die Beschreibung erinnert ein wenig an eine Hundehütte, das war sie aber keinesfalls. Romantisch und gemütlich und das Ganze fünf Minuten zu Fuß von meiner Yoga Schule entfernt. The Yoga Barn ist die bekannteste Schule Ubuds, wenn nicht sogar Balis. Nachdem ich sie mir angeschaut habe, war klar, hier verbringe ich meine Zeit. Leider waren alle Yoga Retreats ausgebucht (bedeutet: eine geführte Kur von mehreren Tagen in die Welt des Yogas, Detox und Verzicht), daher habe ich beschlossen, mir mein eigenes Programm zu basteln – ich bin ja groß und kann mich auch selbst disziplinieren.

Hört sich viel an, aber es war genau richtig

Mein Plan:

Jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen. Morning Flow von 6:30 bis 8 Uhr, dann Frühstücken im kleinen Yoga Barn Café. 10 Uhr Meditation bis 12 Uhr. Mittagspause (Zeit für Spa, Ubud erkunden, Roller Tour durch die Reisfelder, Spaziergänge durch die Affenwälder), 16 Uhr Power Yoga. Und um 18 Uhr noch eine Runde Meditation mitmachen. Hört sich viel an, aber es war genau richtig.

Ich habe mich gefühlt, als würde aus mir in den Tagen etwas rauskommen, was bis jetzt noch nicht da war. Vielleicht war es ein wenig Gleichgewicht (wie ich Euch im ersten Teil meiner Bali Reise erzählte habe: mein gesuchtes Wort). Beflügelt von diesem neuen Gefühl habe ich nach drei Tagen den Entschluss gefasst, das volle Programm durchzuziehen und Ubud komplett mitzunehmen. Denn abgesehen von dem großartigen Yoga-Programm bietet Ubud ziemlich viel Spiritualität. Von Heilern und Handlesern habe ich bis jetzt nie viel gehalten, jedoch war ich dem auch nicht ganz abgeneigt. Bei einem Abendessen in einem kleinen balinesischen Restaurant habe ich eine einheimische Familie kennengelernt, die mir von dem Onkel der Großcousine der Nachbarin erzählt hat, der das Heilen in seinem eigenen kleinen Tempel praktiziert. Ohne lange nachzudenken, habe ich mir noch an diesem Abend einen Termin geben lassen und bin am nächsten Tag total unvoreingenommen und ohne jegliche Erwartung zu dem alten Mann nach Hause gefahren.

Was soll ich Euch sagen …? Diese zwei Stunden waren die bewegendsten und unheimlichsten meiner Reise. Verheult, aber überglücklich habe ich nach 120 Minuten die verräucherten, stimmungsvollen Räumlichkeiten des Heilers verlassen und bin mit einem neuen „Ich“ in die Welt getreten. Glaub Ihr nicht? Ich auch nicht. War aber so.

Er hat mir meine Zukunft vorausgesagt

Was der Heiler mir alles erzählt hat, bleibt alleine bei mir – nur eine kleine Sache verrate ich Euch … Er hat mir meine Zukunft vorausgesagt. Er prophezeite mir, dass ich in wenigen Wochen jemanden treffen werde, einen Mann, der mein Leben schlagartig verändern wird. Er hat ihn mir bis ins Detail beschrieben. Sein Aussehen, seinen Beruf, seinen Charakter. Drei Wochen nach diesem Gespräch folgte eine Begegnung, die zu einer großen Liebesgeschichte geworden ist.

Aber davon lest Ihr das nächste Mal mehr.

Bis dahin freue ich mich, wenn Ihr mir erzählen würdet, ob Ihr auch schon mal bei einem Heiler gewesen seid.

Eure Nina


Die anderen Teile meiner Bali-Reihe findet ihr hier:

Eat Pray Love im Selbstversuch: Reise zu mir selbst

Eat Pray Love im Selbstversuch: (M)Ein typischer Tag in Canggu

Eat, Pray, Love im Selbstversuch: Das Ende meiner Bali-Reise

Eat, Pray, Love im Selbstversuch: Was nehme ich mit und würde ich Bali empfehlen?

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Nina

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