Cholesterin – bessere Blutwerte mit der LOGI-Methode

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19. Juni – Tag des Cholesterins. Vermutlich werden aus diesem Anlass vielerorts wieder die Fahnen für eine fett- und cholesterinarme Kost gehisst, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Nach wie vor empfehlen zahlreiche Fachgesellschaften schier unermüdlich, das Nahrungscholesterin auf 300 mg pro Tag zu begrenzen, sich mit 30 Prozent Fettanteil in der Nahrung fettarm zu ernähren und den Verzehr gesättigter Fetten drastisch zu reduzieren, um Herzinfarkt und Schlaganfall zu verhindern.

Und das, obwohl längst bekannt ist, dass das Nahrungscholesterin praktisch keinen Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel hat und das mantraartig kommunizierte Risiko durch den Verzehr von Fett, insbesondere von gesättigten Fetten wissenschaftlich nicht bestätigt werden kann.

Freispruch für das Nahrungscholesterin

Cholesterin ist wichtig, genauer gesagt lebensnotwendig. Es kommt in allen Zellmembranen vor und sorgt dort für das richtige Verhältnis von Stabilität und Flexibilität. Es ist unverzichtbar für unser Gehirn wesentlich an der Fettverdauung beteiligt und eine wichtige Grundsubstanz für zahlreiche Hormone und Vitamin D.

Kein Wunder, dass der Körper den Bedarf zu 80 bis 90 Prozent über die Eigenproduktion sichert. Diese wird – je nach Verfügbarkeit von Cholesterin aus der Nahrung – entsprechend angepasst. Selbst eine deutlich erhöhte Zufuhr von Nahrungscholesterin ist selten problematisch. In diesem Fall wird die Aufnahme von Cholesterin im Darm heruntergefahren.

Angesichts des vergleichsweise geringen Einflusses von Nahrungscholesterin auf den Blutcholesterinspiegel erscheinen die zum Teil noch immer ausgesprochenen Empfehlungen für den Verzicht auf Eier, Butter und Co. ein wenig befremdlich. Hier haben andere Parameter einen wesentlich größeren Einfluss, etwa Übergewicht, zu wenig Bewegung und die Insulinresistenz als Basis sämtlicher Stoffwechselstörungen des Metabolischen Syndroms.

US-amerikanische Experten fordern, den Passus mit Warnungen vor cholesterinreichen Nahrungsmitteln in der Neufassung der US-Ernährungsratschläge 2015 zu streichen. Vor gesättigten Fettsäuren wird indes – man höre und staune! – noch eindringlicher gewarnt. Oh!?

Gesättigte Fettsäuren – weiterhin tatverdächtig?

Wohl eher nicht! Schließlich beeinflusst die Mehrzahl der gesättigten Fette das Cholesterin im Blut in keinster Weise. Und die drei unter ihnen, die das LDL-Cholesterin erhöhen, tun dies am deutlichsten wenn Kohlenhydrate mit im Spiel sind. Sie lassen jedoch nicht nur das LDL-Cholesterin steigen, das unter Verdacht steht, Herz-Kreislauferkrankungen zu begünstigen, sondern auch das HDL-Cholesterin, das genau davor schützt.

Das Verhältnis der beiden zueinander bleibt also gleich bzw. verschlechtert sich nur bei einer der drei Fettsäuren minimal. Und genau dieses Verhältnis von LDL zu HDL (bzw. Gesamtcholesterin zu HDL) gilt inzwischen als wesentlich aussagekräftiger für das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko, als das LDL-Cholesterin an sich.

„Die Menge des LDL-Cholesterins ist für die Mehrheit unserer Mitmenschen, für all jene mit Übergewicht, Bewegungsmangel, Insulinresistenz, Metabolischem Syndrom und Folgeerkrankungen nicht sehr bedeutsam. Ihr Herz-Kreislauf-Risiko lässt sich wesentlich besser mit dem Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin vorhersagen. Noch geeigneter ist das Verhältnis der Triglyceride zum HDL-Cholesterin. Deswegen wird heute in Prävention und Therapie besonders auf diese beiden Blutwerte geachtet.“ (Aus: Mehr Fett, S. 88).

Übrigens: Selbst wenn das LDL-Cholesterin im Rahmen einer fettarmen (und dadurch notwendigerweise kohlenhydratreichen Ernährung) sinkt, bedeutet das längst nicht, dass alles gut ist.

Ganz im Gegenteil: Die LDL-Partikel im Blut werden zwar weniger (übrigens nimmt bei Magerkost auch das HDL ab), aber auch kleiner und dichter und damit aggressiver und gefäßschädigender. Hingegen bilden sich bei einer fettreicheren (und kohlenhydratärmeren Kost) mehr größere, fluffigere LDL-Partikel, die als unbedenklich gelten.

Mehr Fett, weniger Kohlenhydrate! – Mit LOGI das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen reduzieren

Weniger Triglyceride, mehr HDL-Cholesterin und weniger kleine, dichte LDL-Partikel – das erreicht man, indem man Gewicht reduziert und so den Stoffwechsel wieder ins Lot bringt oder – ganz unabhängig davon – indem ein Teil der Kohlenhydrate im Essen durch Fett und Eiweiß ersetzt wird, mit ebenfalls günstigen Stoffwechseleffekten.

Na, das klingt doch ganz verdächtig nach der LOGI-Methode, bei der genau das der Fall ist!

„Je weniger Kohlenhydrate und je mehr Fett gegessen wird, umso mehr fluffige LDL-Partikel schwimmen im Blut, umso höher steigt das HDL-Cholesterin und umso niedriger sinken die Triglyceride. All dies senkt das Gefäßrisiko.“ (Aus: Mehr Fett, S. 89)

Übrigens: Ob eher gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren auf dem Teller landen, ist bei entsprechender Kohlenhydratbegrenzung eher zweitrangig. Je weniger Kohlenhydrate gegessen werden, umso geringer lassen gesättigte Fettsäuren und Nahrungscholesterins das LDL im Blut steigen. Also auf gut deutsch: Die Butter am Gemüse ist vorteilhafter, als die Butter auf dem Brötchen.

„Schlechte“ Fette gibt es nicht wirklich. Schlecht für die Blutfette ist nur, wenn wir zu wenig (!) Fett bekommen und wenn wir zu viele Kohlenhydrate dazu essen. Die einzigen Fettsäuren, die man ohne Zweifel meiden sollte, sind Transfettsäuren, die die Gefäße tatsächlich schädigen. Gefäßschützend wirkt hingegen eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und – noch wichtiger – eine gute Balance zwischen Omega-3- und Omega-6.

LOGIsch essen – fett- und eiweißbetont und kohlenhydratbewusst – zahlt sich also aus. Nicht nur in puncto (Herz-)Gesundheit, sondern auch beim Genuss!

Quellen:
Mehr Fett! Ulrike Gonder und Dr. Nicolai Worm, systemed Verlag Lünen, 2010
Fett Guide. Ulrike Gonder, Heike Lemberger, Dr. Nicolai Worm, systemed Verlag Lünen, 2012
Volkskrankheit Fettleber. Dr. Nicolai Worm, Kirsten Segler, systemed Verlag Lünen, 2014

 

 

 

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