Aktivkohle als Beauty- & Detox-Trend: Schwarz ist das neue Weiß

Pechschwarze Detoxsäfte und Kosmetikprodukte sollen Haut, Haare und Zähne schöner machen und gleichzeitig unseren Körper von innen entgiften. Was bislang in Kläranlagen als Reinigungsfilter, bei Durchfall oder Vergiftungen in Tablettenform zum Einsatz kam, soll jetzt auch im Beauty-Bereich für absoluten Detox sorgen. Wir haben uns durch Zahncremes, Waschgels und Masken getestet und verraten euch, was ihr mit den schwarzen Cremes und Tiegeln alles anstellen könnt.

Zunächst steht aber die Frage im Raum: Was macht die Aktivkohle eigentlich aktiv? Holz, Kohle und Kokosnussschale werden bei extrem hoher Temperatur so lange erhitzt und mit einem Gas oder einem „Aktivierungswirkstoff“ versetzt. Ein chemischer Prozess verleiht ihnen eine poröse, schwammähnliche Struktur. Die Idee dahinter ist, dass die so aktivierte Kohle andere Substanzen anziehen oder binden kann, die für unseren Körper schädlich sind. So wird das Magen- und Darmsystem ausgeglichen und Zähne, Haut und Haare gereinigt bzw. gedetoxed, abhängig davon, ob die Kohle eingenommen oder äußerlich aufgetragen wird.

Detox-Kohle für die Gesundheit

Zugegeben, eine Flasche schwarzes Trinkwasser (und sei die Verpackung noch so stylisch …) herunterzukriegen, ist gar nicht so leicht. Der Kopf schmeißt bei der dunklen Flüssigkeit alle Alarmglocken an, schwarz ist eigentlich nur Verdorbenes, Fauliges, Schlechtes. Ein guter Gag für anstehende Halloweenpartys, aber im täglichen Leben muss man sich erst daran gewöhnen. Wie kann das gut für den Körper sein? „Augen zu und durch“ ist hier die Devise. Kräftig schütteln und einen großen Schluck vom möglichst eisgekühlten Drink nehmen. Der Geschmack ist neutral, sobald ihr das Kopfkino hinter euch gelassen habt. Wenn ihr euch konzentriert, erkennt ihr einen leicht rußigen Nachgang auf der Zunge.

Stars wie Gwyneth Paltrow oder Salma Hayek schwören seit Langem auf die pechschwarze Ernährungsergänzung. Naturheilkundlerin Elizabeth Peyton-Jones ist davon überzeugt, dass Aktivkohle einen echten Nutzen für den Körper hat. Durch die tägliche Einnahme von Aktivkohle könnten Giftstoffe im Körper bis zu 60 Prozent reduziert werden. Hierbei ist es besonders wichtig, die Aktivkohle in homöopathischen Mengen zu konsumieren, da es sonst zu Verdauungsproblemen kommen kann. An dieser Stelle ist allerdings Vorsicht geboten: Aktivkohle bindet zwar Toxine im Körper, unterscheidet jedoch nicht zwischen schlechten und guten Nähstoffen. Vitamine können so beispielsweise genauso mit absorbiert werden. Angeblich soll es aber ganz wunderbar helfen, den Kater nach einer langen Nacht schnell zu überwinden. Wollt ihr den Trend ausprobieren, könnt ihr mit einem Detox-Starter-Kit und einem Kohle-Drink in Wasser- oder Limonadenform beginnen. Die Geschmacksintensität ist bei beiden Getränken recht schwach und sie lassen sich leicht in die LOGIsche Ernährung integrieren, ohne Kompromisse machen zu müssen.

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Aktivkohle für schöne Zähne

Es scheint erst einmal widersprüchlich, verfärbte Zähne mit schwarzer Aktivkohle wieder strahlend weiß bekommen zu wollen. Statt chemischer Aufheller oder Schleifpartikel sollen aktive Holzkohlepartikel Schmutz und Verfärbungen auf den Zähnen einfach ohne Bleichen und Schmirgeln entfernen. Der Inhaltsstoff Hydroxylapatit soll zusätzlich dafür sorgen, dass kleine Löcher im Zahn gefüllt werden. Beim Aufschäumen im Mund entwickelt sich ein dicker grauer Schaum, der sich zunächst nur nachweislich eignet, den Freund oder die Familie ordentlich zu erschrecken. Jede weitere Wirkung wäre höchstwahrscheinlich Illusion. Die einzige Sache, die Aktivkohle wissenschaftlich nachweislich erreichen kann, ist Vergiftungen vorzubeugen. Diese Eigenschaft wird für eine Menge Produkte zurzeit ausgedehnt und clever vermarktet. In der Zahnpasta sind es die kleinen abrasiven Partikel der Kohle, die für ein reinigendes und frisches Gefühl sorgen, die Kohle selbst kann keine Toxine aus den Zähnen ziehen. Der aufhellende Effekt, der kurzzeitig entsteht, ist wohl eher dadurch bedingt, dass die Zähne in tiefem Schwarz eingehüllt sind, bevor man sich den Mund ausspült – dadurch ist der Vorher-Nachher-Effekt natürlich wesentlich wirkungsvoller. Schaden tun die neuen Trendzahnpastas jedenfalls nicht.

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Kosmetikprodukte mit Aktivkohle

In Kosmetikprodukten soll die Aktivkohle wahre Wunder bewirken können: Poren reinigen, fettige Haut mattieren, Mitesser aus der Haut ziehen. Holz-, Bambus- oder Kokosnussschalen werden hier gleichermaßen gerne verwendet. Wer den Effekt in Cremes und Masken gerne testen möchte, sollte einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Nicht alle Produkte, die mit dem Trendstoff werben, enthalten auch echte Aktivkohle. In der Inhaltsstoffliste sollte deshalb der Begriff „charcoal“, „activated charcoal“ oder „charcoal powder“ zu finden sein. Einige Produkte enthalten nur die Bezeichnung „CI 77266 Carbon Black“ – hierbei handelt es sich lediglich um synthetischen Ruß, der besonders in Mascara oder Eyeliner zum Einsatz kommt und nur für die schwarze Färbung des Produkts sorgt. Dieser Stoff hat keinerlei Auswirkungen auf unser Hautbild.

Do it yourself: Gute Beauty-Produkte selbst herstellen

Wer sich teure Masken und Cremes sparen möchte, kann für den Erstversuch auch selbst eine Kohlemaske anrühren. Die Zutaten hierfür sind Kohletabletten aus der Apotheke, Gelatinepulver und Wasser. Eine Tablette mit einem Löffel fein zerdrücken und mit je zwei Teelöffeln Gelatinepulver und Wasser vermischen, bis eine dickflüssige Paste entsteht. Diese Paste kann dann für wenige Sekunden in der Mikrowelle erwärmt werden. Anschließend tragt ihr sie mit einem Kosmetikpinsel oder den Fingern auf die gereinigte Gesichtshaut auf und lasst sie für 10 bis 15 Minuten einwirken. Die Gelatine verhärtet sich zu einer gelartigen Masse, die anschließend einfach vom Gesicht gezogen werden kann.


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Was meint ihr? Würdet ihr den Schwarztrend gerne ausprobieren? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Eure Lea

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